Haarspray- und Salztechnik

 

Mit diesen beiden Methoden lassen sich sehr realistische Roststellen und Abnutzungen am Originallack erzeugen. An sich ist die ganze Sache relativ simpel. Ich möchte euch nun diese beiden Techniken vorstellen.

Wie im Original müssen dünn!  mehrere Schichten Lack aufgebracht werden. Dies ist fast der entscheidendste Punkt in diesem gesamten System.

Fangen wir nun an. Ich stelle euch die Technik an meinem Kirovets K 700A von Schuco vor.

 

Step 1:

Als erstes muss das gesamte Modell auseinander gebaut werden um es auf das Lackieren vorzubereiten. Hier schön sorgfältig arbeiten, da ja alles wieder zusammen gebaut werden muss Lächelnd. Hier können dann auch schon gleich Scheiben oder andere Details ab geklebt werden. Am besten ist es aber nach wie vor: So viel wie möglich auseinander bauen!

  Kasimir Umbauphase

Step 2:

Eine gute Grundlage schaffen ist wichtig. Das wissen wir alle Zwinkernd. Genau so ist es hier beim Modell. Wenn man sich das Modell mal genauer anguckt, sieht man die unterschiedlichen Farben die das Modell hat. Besonders fällt dies beim Vergleich von Guss- und Plastikteilen auf.

Also wird das gesamte Modell einmal in Schwarz Grundiert.

 

Step 3:

Nachdem die schwarze Grundschicht aufgetragen wurde, wird nun der „Rostlook“ erzeugt. Ich habe dafür Farben von Vallejo verwendet (welche das genau sind stehen unten in der Auflistung). Ihr könnt natürlich auch andere Farben verwenden, die von Vallejo eigenen sich jedoch sehr gut. Wichtig ist, dass ihr ausschließlich Acrylfarben (wasserbasierend) verwendet, da sich sonst später die Kratzer nicht erzeugen lassen.

Die braune Grundschicht wurde mit Hilfe von Airbrush aufgesprüht.

Um nun den Rost noch echter wirken zu lassen habe ich dem Rost noch mit Farben von AK-Interactive zugesetzt. Dieser Schritt ist einer der wichtigsten. Ihr macht hier die Roststellen, die man später auf dem Modell sehen wird. Also gilt es : Schön Zeit lassen und sich genau überlegen was soll und vor allem wie stark soll mein Modell rosten.

Um eine realistische Oberfläche hin zu bekommen, kann man auch ein Stück Schaumstoff benutzen und die Farbe damit auftupfen.

 

Step 4:

Nun ist die meiste Vorarbeit geschafft!

Kommen wir nun zur eigentlichen Haarspray- und Salztechnik.

Wie der Name es schon vermuten lässt wird hier Haarspray und (ganz normales) Kochsalz verwendet.

Das Haarspray dient zum Schutz der Oberfläche. Ein wenig mit Wasser verdünnt kann es mittels Airbrush auf das Modell aufgesprüht werden.

Wenn man „Rostpickel“ entstehen lassen will, sollte man die Salztechnik benutzen. Dort wo die Oberfläche bereits durch das Haarspray geschützt ist, kann man nun auf eine oder mehrere Stelle mehr Haarspray auf sprühen (so, dass die besprühte Fläche schon „nass“ ist, aber auch nicht zu viel). Auf die feuchte Oberfläche wird nun das Salz gestreut. Was damit passiert gucken wir uns dann später an.

Jetzt kann man sich fragen, wozu dieser Aufwand denn gut. Roststellen sind nun mal nicht symmetrisch und schön gleichförmig. Diese Unregelmäßigkeiten erzeugen wir durch das Salz. Mehr oder weniger zufällig bildet das Salz "Häufchen". Würde man das Salz einfach nur so auf das Modell streuen, würde der Luftstrom von der Airbrushpistole das Salz vom Modell blasen und alles wird wieder überlackiert. Das Haarspray sorgt dafür, dass das Salz, wie mit einem Kleber, auf dem Modell gehalten wird.

Somit wäre der Punkt „Gute Grundlage“ abgefrühstückt und wir können das Modell zur Abwechslung mal wieder lackieren.

Step 5

Da der "Rostlook" nun soweit fertig ist, geht es nun an das lackieren.

Aber auch hier gilt wieder: Mehr ist besser Lächelnd. Das heißt also, mit einer Lackschicht ist es hier nicht getan. Vor der Lackierung im richtigen Farbton erfolgt eine Lackierung in einer leicht abweichenden Farbe. In meinem Fall entweder ein helleres oder dunkleres Gelb. Ich habe erst ein helleres Gelb verwendet (die Reihenfolge ist eigentlich egal).

Nachdem auch diese Zwischen-Lackschicht aufgetragen ist, geht es nun endlich an die endgültig letzte Schicht Lack.

Nachdem diese letzte Schicht Lack aufgetragen wurde könnt ihr eure Airbrush-Pistole nun getrost sauber machen und weg legen.

Wichtig ist: Nur in ganz dünnen Schichten lackieren!

 

Step 6:

Nun kommt auch endlich mal Arbeit die Spaß macht. Jetzt werden die Kratzer und Roststellen erzeugt.

Das überlackierte Salz wird nun mit einem weichem Pinsel und lauwarmen Wasser (es geht wirklich leichter wenn es lauwarm ist) abgewaschen.

Danach können mit der Ecke eines Pinsels oder eines Zahnstochers nun Kratzer erzeugt werden. Es werden nun die letzten Lackschichten wieder abgerubbelt und dadurch entstehen wunderschöne Roststellen. Wie groß diese Roststellen werden sollen, entscheidet jeder selber.

Beim erstellen von diesen Rostellen kann man sich richtig austoben...

 

 Mehr Bilder findet Ihr hier : Kirovets K-700A

Liste der verwendeten Farben: 

Grundierung Schwarz :  Revell Aqua Teerschwarz 06
Grundierung Rost :  Vallejo 71048 Dark Sea Grey
   Vallejo 71069 Oxido
   Vallejo 71035 Cam. Light Brown
   Vallejo 71029 Dark Earth

 

 

 

 

 

Ausarbeitung der Roststellen:  Ak-Interactive AK 013 Rust Streaks
   Ak-Interactive AK 012 Streaming Grime
   Ak-Interactive AK 046 Wash Light Rust
   Vallejo 76514 Wash Dark Brown

Und weitere viele unterschiedliche rostfarbene Pigmente.

 

Endlackierung:  Revell Aqua Lufthansagelb 310
   Italeri Flat Insignia Yellow 4721AP